Marschbahnoffensive geht in die 4.Runde

Sie ist als Marschbahn eine der bekanntesten Bahnstrecken in Deutschland. Nicht nur weil sie das Urlaubsparadies Sylt mit dem Festland verbindet, sondern zuletzt vor dem Hintergrund andauernder Verspätungen, langer Wartezeiten und Zugausfälle.

Bahnintern hat die Strecke die schnöde Streckennummer 1210 und wird seit ca. 3 Jahren von Grund auf saniert. Wir, die EDB GmbH, begleiten dieses Projekt von Beginn an als Bauüberwachung für die Deutsche Bahn AG und nehmen dabei alle wesentlichen Überwachungsleistungen wahr. Insbesondere das Arbeiten unter rollendem Rad macht eine detaillierte und feingliedrige Abstimmung mit dem Betrieb notwendig. Dabei hat es oberste Priorität den laufenden Betrieb vor den Gefahren der Baustelle zu schützen und im Gegenzug die Baustelle und dort Beschäftigten vor den Gefahren aus dem Bahnbetrieb. Des Weiteren nehmen wir die Bauüberwachung aller Gewerke im Sinne der Richtlinien und Vorgaben des Eisenbahnbundesamtes wahr und unterstützen die Deutsche Bahn AG in der Vertragsabwicklung der beteiligten Unternehmen, der Planung und Arbeitsvorbereitung. Dabei prüfen wir die Bauablaufpläne, ermitteln notwendige Sicherungsleistungen und prüfen als SiGeKo die Gefährdungsbeurteilungen der Unternehmen.

Am 24.04.2022 um 23:00 war es wieder soweit und der vierte und vorerst letzte Bauabschnitt auf dieser Strecke hat begonnen. Bis zum Ende des Jahres werden in 16 Teilprojekten die Gleise und Weichen grunderneuert. Im ersten Schritt werden zwischen Wilster und der Überleitstelle Hochdonn Süd ca. 10 km Gleise (20 km Schiene) neu verlegt. Im Vorfeld werden die Tiefenentwässerung und die Planumsschutzschicht hergestellt. In diesem Abschnitt werden somit ca. 15.200 Schwellen getauscht und ca. 10.000 to Neuschotter eingebaut. Im Gegenzug werden ca. 26.000 to alter Boden/ Schotter ausgebaut, auf Schadstoffe untersucht und anteilig der Verwertung zugeführt. Wo es möglich ist wird, dem Umweltgedanken folgend, der gereinigte Erdstoff wieder eingebaut. Parallel werden die gleisnahen Ingenieurbauwerke, z.B. 15 km Brückenbalken, mit saniert. Um die Arbeiten effizient durchzuführen und die Beeinträchtigungen für die Kunden der Deutschen Bahn AG so gering wie möglich zu halten, kommen hier Großbaumaschinen und Umbauzüge mit bis zu 480 m Länge zum Einsatz. Während das vordere Ende dieser Maschinen noch auf den alten Gleisen fährt, ist das Heck dann schon auf dem neu verlegten Gleisbett unterwegs. Zwischen Bug und Heck nimmt die Maschine das alte Gleis auf, baut alte Schwellen und alten Boden aus und verlegt unmittelbar dahinter neue Schwellen auf einem neu eingebauten Schotterplanum, bevor die neue Schiene eingefädelt wird. Stopfaggregate verdichten den im Heck der Maschine gereinigten Schotter, der über Förderbänder in die Schwellenfächer eingeleitet wurde. Im Nachgang werden die neuen Gleise lückenlos verschweißt und verspannt, um die Kräfte aus der Temperaturänderung und den Fahrbetrieb gewachsen zu sein. Dazu stellt die EDB GmbH einen speziell ausgebildeten Schweißüberwacher zur Verfügung.

Flankiert und begleitet werden diese Großbaumaschinen von mehreren Zweiwegebaggern und Servicefahrzeugen, die im Vorfeld alle Hindernisse im Gleis ausbauen und hinterher wieder einbauen. Um dieses „Monstrum“ zu bedienen und in Bewegung zu halten sind ca. 50 Mitarbeiter der Baufirmen auf dem Baufeld unterwegs. Damit die Mitarbeiter jeden Abend unversehrt nach Hause kommen, stellen wir als EDB die Sicherungsüberwachung und leiten die Sicherungsfirma an, die ihrerseits automatische Zugwarnsysteme am Gleis und auf der Maschine installiert hat.

Ein echter Hingucker für Trainspotter und Großmaschinenliebhaber.

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